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Yoga auf dem Board

Ist Paddle Board Yoga gut für dich?

Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Paddle Board Yoga verbindet zwei Dinge, denen viel Gutes nachgesagt wird: Bewegung im Freien und Yoga. Ein Teil davon ist gut belegt, ein anderer Teil gehört eher in die Kategorie angenehme Erfahrung. Beides hat seinen Wert, sollte aber nicht verwechselt werden.

Mehrere Boards verteilt auf einem ruhigen See am Morgen
Mehrere Boards verteilt auf einem ruhigen See am Morgen. Foto: Virginia State Parks, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Gleichgewicht und tiefe Muskulatur

Der offensichtlichste Effekt ist das Gleichgewichtstraining. Auf einem schwimmenden Board muss der Körper ständig kleine Bewegungen ausgleichen. Das beansprucht die Muskulatur rund um die Sprunggelenke, die Beine und besonders den Rumpf. Solche Reize auf instabilem Untergrund werden im Training seit Langem genutzt, etwa mit Wackelbrettern oder Balancekissen. Das Board ist eine natürliche, großformatige Version davon.

Für ältere Menschen ist Gleichgewichtstraining besonders wertvoll, weil es das Sturzrisiko im Alltag senken kann. Allerdings: Dafür braucht es regelmäßiges Üben über Wochen, nicht einen Kurs im Sommerurlaub.

Was die Studienlage hergibt

Zu Yoga allgemein gibt es viele Studien. Gut belegt sind etwa Verbesserungen bei Beweglichkeit, Gleichgewicht und bei unspezifischen Rückenschmerzen, wenn regelmäßig geübt wird. Zum Stand-up-Paddling gibt es deutlich weniger Forschung. Kleinere Untersuchungen deuten auf Verbesserungen bei Ausdauer, Rumpfkraft und Gleichgewicht hin. Zu SUP Yoga im Speziellen gibt es kaum belastbare Studien.

Ehrlich formuliert: Es ist plausibel, dass SUP Yoga die bekannten Wirkungen beider Bewegungsformen verbindet. Nachgewiesen ist das für die Kombination nicht. Wer Aussagen wie „stärkt das Immunsystem“ oder „entgiftet“ liest, sollte skeptisch sein.

Der Kopf: Aufmerksamkeit und Erholung

Viele berichten, dass sie auf dem Wasser leichter abschalten. Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe:

  • Die Balance fordert Präsenz. Wer mit den Gedanken woanders ist, merkt es sofort am Schwanken. Das holt die Aufmerksamkeit zurück zum Körper.
  • Aufenthalt in der Natur. Zeit im Grünen und am Wasser wird in Untersuchungen häufig mit Erholung und besserer Stimmung in Verbindung gebracht.
  • Kein Spiegel, kein Handy. Auf dem Board fehlen die üblichen Ablenkungen. Das Handy bleibt im Idealfall im wasserdichten Beutel.

Ob das therapeutische Wirkung hat, ist eine andere Frage. SUP Yoga ersetzt keine Behandlung bei Depressionen oder Angststörungen, kann aber Teil eines aktiven Alltags sein.

Mögliche Nachteile

  • Sonne und Hitze. Auf dem Wasser verbrennt man sich schneller, als man denkt, und im Hochsommer kann es auf dem Board sehr heiß werden.
  • Kälte. Im Frühjahr und Herbst ist das Wasser kalt, ein Sturz kann unangenehm bis gefährlich sein.
  • Überlastung durch Ehrgeiz. Wer auf dem Board zu weit in eine Dehnung geht, weil er sich festhalten will, riskiert Zerrungen. Die Instabilität verleitet dazu, Muskeln zu verkrampfen.
  • Wenig Kraftreiz. Für gezielten Muskelaufbau ist SUP Yoga zu sanft. Mehr dazu im Beitrag Baut Stand-up-Paddle-Boarding Muskeln auf?.

Für wen es besonders passt

Gut geeignet ist SUP Yoga für Menschen, die Yoga schon kennen und neue Reize suchen, für Paddlerinnen und Paddler, die ihre Pausen sinnvoll nutzen möchten, und für alle, die Bewegung im Freien mögen, aber keine Lust auf Laufen oder Radfahren haben. Weniger geeignet ist es für alle, die vor allem Kraft oder Ausdauer aufbauen wollen – dafür ist Stand-up-Paddling ohne Yoga die effektivere Wahl.

Wie du den Nutzen vergrößerst

Wenn du von SUP Yoga möglichst viel mitnehmen willst, helfen ein paar einfache Gewohnheiten. Regelmäßigkeit schlägt Länge: Eine Stunde pro Woche über den Sommer bringt mehr als ein langes Wochenende. Kombination mit Yoga an Land erhält die Fortschritte über den Winter. Wer im Studio an Gleichgewicht und Kraft arbeitet, startet im nächsten Frühjahr sicherer auf dem Board.

Achte auch auf Erholung. Die Balancearbeit ist für die kleinen Muskeln ungewohnt, und nach intensiven Stunden brauchen sie Zeit. Und schließlich: Genieß es. Ein Teil der Wirkung liegt schlicht darin, dass du draußen bist, dich bewegst und für eine Stunde weder Bildschirm noch Termine hast. Das muss man nicht wissenschaftlich begründen, um es wertzuschätzen.

Wer SUP Yoga vor allem als Ausgleich sucht, sollte außerdem auf das Tempo achten: Nicht jede Stunde muss fordernd sein. Eine ruhige Einheit mit langen Haltezeiten und ausgiebiger Endentspannung ist genauso wertvoll.

Paddle Board Yoga trainiert Gleichgewicht und Rumpf und hilft vielen beim Abschalten. Wundermittel ist es keines, und belastbare Studien gibt es kaum.

Kurz gefragt

Hilft SUP Yoga beim Abnehmen?

Nur begrenzt. Eine ruhige Yogastunde verbraucht deutlich weniger Energie als zügiges Paddeln. Siehe Kalorienverbrauch beim Stand-up-Paddling.

Wie oft sollte ich üben, um etwas zu merken?

Für bessere Balance und Beweglichkeit braucht es regelmäßiges Üben über mehrere Wochen. SUP Yoga lässt sich gut mit Yoga an Land kombinieren.

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