Fällt es leicht, von einem Stand-up-Paddle-Board zu fallen?
Auf ruhigem Wasser und einem breiten Board fällt man seltener, als viele befürchten. Aber jeder, der regelmäßig paddelt, landet irgendwann im Wasser. Wer weiß, wie man richtig fällt und wieder aufsteigt, verliert die Angst davor.
Wann man typischerweise fällt
- Beim Aufstehen und in den ersten Minuten im Stand.
- Bei Wellen, besonders wenn sie von der Seite kommen – etwa von einem vorbeifahrenden Motorboot.
- Beim Wenden, wenn man sich weit nach hinten lehnt.
- Beim Blick nach hinten, weil sich dann der Oberkörper dreht.
- Beim Anlegen, wenn das Board plötzlich auf Grund läuft.
- Beim Yoga, in Einbeinpositionen und Übergängen.
So fällst du richtig
- Seitlich weg vom Board. Lass dich zur Seite ins Wasser fallen, nicht auf das Board und nicht nach vorn über die Nase.
- Flach fallen, wie beim Rückwärtsfallen in einen Pool – nicht mit den Füßen voraus in flaches Wasser springen.
- Paddel loslassen oder weghalten, damit du nicht darauf fällst.
- Arme schützend vor den Kopf, wenn andere Boards in der Nähe sind.
So kommst du wieder hoch
Nach dem Sturz holst du das Board über die Leash zu dir heran. Dann:
- Seite in Höhe des Tragegriffs. Schwimm an die Mitte des Boards.
- Paddel aufs Board legen, quer vor dich.
- Tragegriff fassen mit einer Hand, die andere Hand an die gegenüberliegende Kante.
- Beine an die Wasseroberfläche. Mach ein paar kräftige Schwimmbewegungen mit den Beinen, damit dein Körper waagerecht liegt.
- Oberkörper aufs Board ziehen und dabei weiter mit den Beinen kicken – in einer fließenden Bewegung.
- Drehen und knien. Auf dem Bauch liegend drehst du dich, bis du auf dem Board kniest.
Das kostet anfangs Kraft, wird aber schnell leichter. Der Trick liegt nicht in den Armen, sondern im Beinschlag, der dich in die Waagerechte bringt.
Aufsteigen ohne viel Kraft
Wenn es mit den Armen schwerfällt:
- Von hinten aufsteigen. Am Heck ist das Board etwas tiefer im Wasser. Mit Brust und Armen darauf, dann nach vorn robben. Vorsicht bei der Finne.
- Mit einem Knie. Manche finden es leichter, ein Knie an der Kante hochzuziehen, sobald der Oberkörper auf dem Board liegt.
- Mit Hilfe. In Kursen hält eine zweite Person die gegenüberliegende Kante fest, dann kippt das Board nicht.
Wenn das Board wegtreibt
Mit Leash passiert das nicht. Ohne Leash kann ein aufblasbares Board bei Wind schneller treiben, als du schwimmen kannst. Deshalb gehört die Leash immer ans Bein – beziehungsweise auf Flüssen an einen Hüftgurt mit Schnellauslöser. Mehr dazu in Ist Stand-up-Paddeln sicher?.
Den Sturz üben – mit System
In vielen Kursen wird das Fallen einmal bewusst geübt. Das kannst du auch allein, bei warmem Wasser und in Ufernähe:
- Aus dem Sitz seitlich ins Wasser gleiten und wieder aufsteigen.
- Aus dem Knien seitlich ins Wasser fallen lassen, Board über die Leash heranziehen, aufsteigen.
- Aus dem Stand seitlich ins Wasser fallen – Paddel dabei zur anderen Seite wegstrecken.
Nach drei, vier Wiederholungen verlieren die meisten die Angst vor dem Wasser. Die Muskeln entspannen sich, und das Stehen wird ruhiger. Achte darauf, dass das Wasser tief genug ist und keine anderen Boards in der Nähe sind.
Bei kaltem Wasser solltest du diese Übung nicht machen. Dann gilt: Den Sturz lieber vermeiden, im Zweifel knien und in Ufernähe bleiben.
Fall seitlich weg vom Board, flach und ohne Paddel in der Hand. Wieder auf das Board kommst du an der Mitte mit Beinschlag, nicht mit Armkraft.
Kurz gefragt
Wie oft fällt man als Anfänger ins Wasser?
Auf ruhigem Wasser mit einem breiten Board bei den ersten Malen oft gar nicht oder nur ein- bis zweimal. Bei Wind und Wellen deutlich häufiger.
Was mache ich, wenn ich nicht mehr aufs Board komme?
Auf das Board legen, kurz ausruhen, dann erneut versuchen. Im Notfall auf dem Bauch liegend mit den Händen Richtung Ufer paddeln. Bei Erschöpfung laut um Hilfe rufen und winken.