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Sicher auf dem Wasser

Ist Stand-up-Paddeln sicher?

Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Stand-up-Paddling ist auf ruhigem Wasser ein sicherer Sport – wenn man die wenigen echten Risiken kennt. Die meisten gefährlichen Situationen entstehen nicht durch einen Sturz, sondern durch Wind, Kälte und Selbstüberschätzung.

Rettungsschwimmer der DLRG auf SUP-Boards an einem Badesee
Rettungsschwimmer der DLRG auf SUP-Boards an einem Badesee. Foto: Pittigrilli, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die echten Risiken

Ablandiger Wind. Das größte Risiko auf Seen und an der Küste. Wind, der vom Ufer weg aufs Wasser weht, fühlt sich am Einstieg harmlos an, weil das Ufer schützt. Draußen wird er stärker, und das Board mit seiner großen Fläche treibt schnell ab. Gegen den Wind zurückzupaddeln kann dann die Kräfte übersteigen.

Kaltes Wasser. Unter etwa 15 Grad kann ein Sturz einen Kälteschock auslösen. Danach lassen Kraft und Koordination in den Händen und Armen innerhalb weniger Minuten nach.

Strömung. Auf Flüssen können Hindernisse wie umgestürzte Bäume, Brückenpfeiler und Wehre lebensgefährlich werden. Strömung drückt Menschen und Boards gegen solche Hindernisse und darunter.

Schiffsverkehr. Auf Bundeswasserstraßen und großen Seen sehen dich Motorboote und Schiffe schlecht. Ihre Bugwellen können dich vom Board werfen.

Gewitter. Auf dem Wasser bist du der höchste Punkt weit und breit. Bei Gewitterwarnung gehört das Board an Land.

Die Grundausrüstung

  • Leash – auf Seen am Knöchel oder an der Wade, auf Flüssen nur an einem Hüftgurt mit Schnellauslöser.
  • Schwimmweste oder Auftriebshilfe – auf Touren, auf großen Gewässern und bei kaltem Wasser dringend empfohlen. Aufblasbare Hüftgurt-Westen stören beim Paddeln kaum.
  • Handy im wasserdichten Beutel am Körper, nicht am Board.
  • Kleidung für die Wassertemperatur, siehe Kleidung nach Wassertemperatur.

Regeln in Deutschland

In Deutschland gibt es keine allgemeine Führerscheinpflicht für SUPs ohne Motor. Trotzdem gelten Regeln:

  • Auf Bundeswasserstraßen gilt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Kleine Fahrzeuge ohne Motor müssen der Berufsschifffahrt ausweichen. Außerdem gilt eine Kennzeichnungspflicht mit Name und Anschrift des Eigentümers am Board, die nach verbreiteter Auslegung auch SUPs betrifft.
  • Auf vielen Landesgewässern und Seen gibt es eigene Befahrensregeln der Länder oder Gemeinden. Naturschutzgebiete, Schilfgürtel und Badezonen sind oft gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar.
  • Schleusen dürfen mit dem SUP meist nicht befahren werden; oft gibt es Umtragestellen.
  • Nachts braucht auch ein SUP auf vielen Gewässern ein weißes Rundumlicht.
  • Alkohol: Für Fahrzeugführer auf Wasserstraßen gelten Promillegrenzen, und auch sonst ist Alkohol auf dem Wasser eine schlechte Idee.

Die Details unterscheiden sich von Gewässer zu Gewässer. Infotafeln am Einstieg, die Gemeinde oder das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt geben Auskunft.

Checkliste vor jeder Tour

  1. Wetterbericht und Windvorhersage prüfen – besonders die Windrichtung.
  2. Wassertemperatur herausfinden und passend anziehen.
  3. Jemandem Bescheid sagen, wo du paddelst und wann du zurück bist.
  4. Leash, Schwimmhilfe, Handy im Beutel.
  5. Board aufpumpen und Druck prüfen, Finne sicher befestigen.
  6. Die erste Strecke gegen den Wind paddeln, damit der Rückweg leichter ist.
  7. In Ufernähe bleiben, wenn du das Gewässer nicht kennst.

Wie sicher ist SUP Yoga?

SUP Yoga ist die ruhigste Form des Stand-up-Paddlings. Man ist auf geschütztem Wasser in Ufernähe, die Boards sind verankert, und meist ist eine Kursleitung dabei. Die Risiken beschränken sich weitgehend auf Stürze, Sonnenbrand und das Auskühlen bei der Endentspannung. Positionen mit Kopf nach unten sollten nur Geübte machen, siehe Wie schwierig ist Paddleboard Yoga?.

Wenn doch etwas passiert

Für den Notfall hilft ein klarer Plan. Wer andere Paddler in Not sieht, sollte zuerst an die eigene Sicherheit denken: Nähere dich mit dem Board, lass die Person sich an der Boardkante festhalten, und paddle gemeinsam zum Ufer. Das Board trägt zwei Personen problemlos.

Den Notruf erreichst du in Deutschland unter 112, auch über die Wasserrettung. Viele Badeseen haben in der Saison eine Wachstation der DLRG oder Wasserwacht. Ein Handy im wasserdichten Beutel am Körper ist deshalb mehr als Bequemlichkeit.

Auch für dich selbst gilt: Wenn du merkst, dass Kraft oder Wärme nachlassen, frühzeitig umkehren. Die meisten Notlagen auf dem Wasser entstehen nicht plötzlich, sondern schleichend – durch Wind, der langsam auffrischt, oder Kälte, die unbemerkt die Kräfte raubt.

SUP ist auf ruhigem Wasser sicher. Die echten Risiken sind ablandiger Wind, kaltes Wasser, Strömung, Schiffsverkehr und Gewitter.

Kurz gefragt

Brauche ich einen Führerschein fürs SUP?

Nein, für SUPs ohne Motor gibt es in Deutschland keine Führerscheinpflicht. Es gelten aber Befahrensregeln und auf Bundeswasserstraßen die Binnenschifffahrtsregeln.

Muss ich eine Schwimmweste tragen?

Eine allgemeine Pflicht gibt es nicht, empfohlen ist sie aber auf Touren, großen Gewässern und bei kaltem Wasser.

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